Donnerstag, 31. Juli 2008

Der Aufmerksamkeitstest

Unter diesem Link finden Sie einen Aufmerksamkeitstest folgen Sie den Anweisungen. Die Auflösung und die Hintergründe finden Sie im nächsten Abschnitt.

Hier gehts zum Test >>




















Unaufmerksamkeitsblindheit
Oft bemerken wir selbst größere Veränderungen an den Objekten in unserer Umgebung nicht (Veränderungsblindheit, change blindness). Weiterhin kann es passieren, dass wir sogar die Objekte selbst nicht wahrnehmen (Inattentional Blindness). Zusammengefasst legen diese Feststellungen den Schluss nahe, dass wir nur diese Objekte und Details wahrnehmen oder bemerken, auf die wir unsere Aufmerksamkeit richten. Grund dafür ist die eingeschränkte Verarbeitungskapazität unseres Gehirns. Es muss also selektieren, welche Informationen relevant sind und welche weniger. Erst indem wir unsere Aufmerksamkeit einem Reiz zuwenden, wird uns dieser bewusst. Die Ausrichtung der Aufmerksamkeit beeinflusst die Aktivität bestimmter Gehirnstrukturen.

„Gorillas in unserer Mitte“ (Simons und Chabris)
Die Studie „Gorillas in unserer Mitte“ der University of Illinois zeigt, dass urbane Menschen selbst einen vorbeigehenden Menschen im Gorillakostüm übersehen können.
Aufbauend auf klassischen Studien zur geteilten visuellen Aufmerksamkeit und Bezug nehmend auf Unaufmerksamkeitsblindheit von Mack und Rock untersuchen Simons und Chabris in ihrem Artikel „Gorillas in unserer Mitte“ das Phänomen der Unaufmerksamkeitsblindheit für komplexe Objekte und Ereignisse in bewegten Szenen. Die Ergebnisse der Untersuchung legen nahe, dass die Wahrscheinlichkeit, ein unerwartetes Objekt zu bemerken, sowohl von der Ähnlichkeit dieses Objekts mit den anderen vorhandenen Objekten als auch von der Schwierigkeit der ursprünglichen Beobachtungsaufgabe abhängt. Simons und Chabris verweisen auf verschiedene Studien die gezeigt haben, dass bewusste Wahrnehmung eines Ereignises erfolgt, wenn die Aufmerksamkeit auf darauf gerichtet ist.

Man hat diesen Film mit 192 Versuchspersonen getestet und ausgewertet von denen, quer durch alle o. g. Versionen des Films, haben 54 Prozent den „Zwischenfall“ bemerkt und 46 Prozent nicht. Und weiter: Die Versuchspersonen, die das schwarze Team beobachteten, bemerkten den Gorilla öfter als die, die das weiße Team im Fokus ihrer Aufmerksamkeit hatten (Schwarz 58 %, Weiß 27 %).

Die Ergebnisse
> Ungefähr die Hälfte der Versuchspersonen nehmen ein länger dauerndes, eigentlich sehr auffälliges, jedoch unerwartetes Ereignis nicht wahr, wenn sie mit einer elementaren Beobachtungsaufgabe beschäftigt sind.
> Die Höhe der Unaufmerksamkeits Blindheit hängt ab vom Schwierigkeitsgrad der Beobachtungsaufgabe.
> Die Versuchspersonen nehmen eher Notiz von einem unerwarteten Ereignis, wenn dieses wesentliche visuelle Merkmale (wie Farbe) mit der zu beobachtenden Situation teilt – ein Widerspruch zum traditionellen Pop-out-Phänomen in visuellen Suchaufgaben.
> Objekte können sich direkt durch das Zentrum der Aufmerksamkeit bewegen (foveales Sehen) und werden trotzdem nicht „gesehen“, wenn wir ihnen keine spezielle Aufmerksamkeit entgegenbringen.

Weitere Versuchsbeispiele finden Sie hier: University of Illinois

Post von mb